Gute Seiten – schlechte Seiten

Was macht erfolgreiche Webseiten aus?

Webdesign, verstanden als die Gestaltung von Webseiten, ist wichtig, erfolgreiche Webseiten basieren aber auf einem breiteren konzeptionellen Ansatz:

1) Ambitionierte Website-Ziele

Verstehen Sie Ihre Website als eine Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens und entwickeln Sie eine genaue Vorstellung darüber, welche Ziele Ihre Website erreichen soll.

Website-Ziele sind in verschiedenen Kategorien denkbar und unterstützen sich oft gegenseitig. Eine Zielmatrix könnte z. B. sein: Meine Website soll die Wahrnehmung meines Angebots im Netz nachhaltig steigern, mich vom Wettbewerb abheben, die Markenbildung unterstützen, qualifizierte MitarbeiterInnen anwerben, zur Kundengewinnung beitragen und nachhaltig meinen Umsatz steigern.

Sie werden die wirtschaftlichen Ziele Ihrer Website nur dann erreichen, wenn Sie sich bewusst welche setzen und diese auch regelmäßig nachhalten.

Die Definition Ihrer individuellen Zielmatrix ist die Grundlage für das regelmäßige Monitoring der entsprechenden Leistungskennzahlen, den sogenannten KPIs. KPI steht für Key Performance Indicator, also Kennzahlen, mit denen die Leistung von Online Marketing-Aktivitäten gemessen werden kann.

Quantitaive KPIs wie beispielsweise die Anzahl von Registrierungen, Online-Aufträge und -Umsatz, Downloads, Seitenaufrufe, Besucher, Newsletter-Anmeldungen, Verweildauer oder Absprungrate sind einfach zu messen. Aufwändiger gestaltet sich das Monitoring qualitativer KPIs, wie z. B. der Visibilität, des Zielgruppenanteils oder der Benutzerfreundlichkeit. Aber die Analyse dieser qualitativen Kennzahlen lohnt sich und kann maßgeblich dazu beitragen, Ihr Online-Angebot zu schärfen oder Ihre Kampagne zu optimieren.

Ein vielfach unterschätztes Potenzial und Teilziel von Webseiten ist die Gewinnung qualifizierter und engagierter MitarbeiterInnen. Ein überzeugender Webauftritt kann die Motivation von BewerberInnen signifikant steigern. Und auch die Bindung Ihrer derzeitigen MitarbeiterInnen stärken. Schließlich ist jede/r einzelne ein bisschen mehr stolz auf seine Firma, die sich zeitgemäß und authentisch im Internet präsentiert.

2) Eine präzise und stimmige Positionierung

Bevor Sie über mögliche Domain-Namen, das Design oder Inhalte und Kommunikationskanäle nachdenken, müssen die wichtigsten und grundlegenden Fragen vorab wohl überlegt und klar herausgearbeitet sein: Was sind die Besonderheiten meines Angebots? Worin unterscheide ich mich? Was macht mich einzigartig? Wo genau liegen meine Kompetenzen? Welche Zielgruppe/n spreche ich an? Was ist der Mehrwert? Bringt mein Slogan dies griffig zum Ausdruck?

Die Positionierung im Marketing bezeichnet das gezielte, planmäßige Schaffen und Herausstellen von Stärken und Qualitäten, durch die sich ein Produkt oder eine Dienstleistung in der Einschätzung der Zielgruppe klar und positiv von anderen Produkten oder Dienstleistungen unterscheidet. David Ogilvys Definition der Positionierung lautete kurz: „Was das Produkt leistet – und für wen.“ (de.wikipedia.org)

Aus einer präzisen und stimmigen Positionierung leitet sich (fast) alles Weitere ab. Vor allem die Art und Tiefe der Inhalte, die Ihr Online-Angebot interessant und einzigartig machen.

3) Inhalt, Inhalt und noch einmal Inhalt

Wie erreichen Sie Ihre BesucherInnen und wie machen Sie daraus InteressentInnen? Über relevante Inhalte, die einen echten Mehrwert bieten. Und wie erreichen Sie mittelfristig ein gutes und organisch induziertes Ranking in Suchmaschinen? Über relevante Inhalte zu Ihrem Thema.

Machen Sie sich bewusst, dass Ihnen die BesucherInnen Ihrer Website ganz natürlich eine höhere Kompetenz zuschreiben, wenn Sie zu Ihrem Thema (siehe Positionierung) fundiert etwas zu sagen haben. Das macht Ihre Positionierung erfahrbar und schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Genau das versuchen Suchmaschinen mit Ihrem Algorithmus auch abzubilden – publiziert eine Seite zu einem bestimmten Thema fundiert und regelmäßig aktuelle Inhalte, wird sie als relevanter eingestuft als andere Seiten, deren inhaltliche Tiefe flacher und weniger aktuell ist. Für Suchmaschinen zählen einzigartige Inhalte zu den wichtigsten Faktoren im Ranking.

Überlegen Sie, wie Sie nachhaltig authentische, fundierte und aktuelle Inhalte (Texte, Bilder, Videos) auf Ihrer Website publizieren und wie Sie für Ihre BesucherInnen eine relevante Inhaltstiefe herstellen können. Produzieren Sie einzigartige Inhalte, die Ihre Positionierung tragen. Zeigen Sie Persönlichkeit. Ergänzen Sie wenn nötig Ihre inhaltliche Tiefe mit interessanten Ergänzungen, die noch nicht durchgängig von Wettbewerbern besetzt sind. Dies können z. B. Erfahrungsberichte, Studien, Zusatzmaterialien oder Ratgeber sein. Und kalkulieren Sie unbedingt mit ein, dass es um einen auf Dauer angelegten Content-Management Prozess geht!

Beachten Sie dabei, dass Sie webspezifische Inhalte publizieren. Für Texte bedeutet dies kleine, gut erfassbare Sinneinheiten. Nutzen Sie das Potenzial von Überschriften und setzen Sie strukturierende Zwischenüberschriften ein. Setzen Sie bei Bildern auf authentische und relevante Bilder in guter Qualität mit einer konsistenten Bildsprache. Optimiert für eine Bildschirmansicht und in kleinstmöglicher Dateigröße. Verwenden Sie Stockbilder nur dann, wenn es anders nicht möglich ist.

Inhalte sind durch nichts zu ersetzen – relevante und authentische Inhalte schaffen Vertrauen in Ihr Angebot. Ihre einzigartigen Inhalte sind basierend auf einer stimmigen Positionierung die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg Ihres Online-Angebots!

4) Architektur und aktive Benutzerführung ohne Fragezeichen

Die BesucherInnen Ihrer Website sollten sich sofort orientieren und Ihr Online-Angebot mühelos nutzen können. In der Einfachheit und Klarheit liegt der Schlüssel zum Erfolg. Verwenden Sie eine überschaubare Anzahl an Navigationspunkten und setzen Sie auf eine gelernte und verständliche Benennung zentraler Links und Bedienelemente.

Strukturieren Sie Ihre Inhalte in logische und verständliche Kategorien und Sinneinheiten. Und konzipieren Sie eine aktive Nutzerführung (wo soll ich als nächstes klicken?) über klar und verständlich beschriebene weiterführende interne Links.

„Don’t make me think.“ Diesen einfachen Grundsatz erhebt der amerikanische Autor Steve Krug einprägsam zum Leitmotto für eine gelungene Konzeption von Webseiten.

5) Integrierte Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Ihr Angebot zu Ihren individuellen Top-Keywords muss bei Google unter den Top 10 Suchergebnissen – also auf der ersten Suchergebnisseite (SERP: Search Engine Result Page) – zu finden sein, danach nimmt die Klickrate dramatisch ab. Und seit es Google gibt, besteht jeder organische Eintrag in den Suchergebnissen aus dem Seitentitel, der spezifischen URL und der Seitenbeschreibung (Description).

Dieses zusammenfassende Informationsset (Snippet) ist Ihr kleines Schaufenster, das sie für Ihre potenziellen Interessenten sehr bewusst und so relevant und attraktiv wie möglich gestalten sollten.

Der erste Eindruck zählt! Unterliegen Sie nicht der Versuchung damit ein plumpes Suchmaschinenmarketing zu betreiben. Investieren Sie stattdessen in sorgfältige Überlegungen zu Ihrer Positionierung und was Ihre potenziellen Kunden erwarten.

Analysieren Sie die SERPs der für sie relevanten Keywords. Wie stellen sich Ihre Wettbewerber dar? Was sind im Vergleich dazu Ihre Alleinstellungsmerkmale, die Sie schlagfertig präsentieren könnten? Beachten Sie, dass nicht nur zentrale Seiten, sondern sämtliche potenziellen Einstiegspunkte Ihrer Website ein entsprechend gestaltetes Snippet mit einzigartigem Title anbieten sollten. Ihr Shop sollte dies auf Produktebene unterstützen und alle leserrelevanten Informationen zum jeweiligen Produkt präsentieren.

Erst wenn Sie diese entscheidende Wahrnehmungs-Hürde genommen haben, kommt Ihre Positionierung, ihre einzigartigen Inhalte, Ihre Architektur und Benutzerführung überhaupt erst zum Tragen!

6) Zeitgemäße & performante Technik

Langsame Seiten nerven, schnelle Ladezeiten sorgen für ein positives Nutzererlebnis. Achten Sie bei Ihrem technischen Setup auf Performance und vermeiden Sie Nutzungshürden durch einschränkende Technologien (z. B. Flash).

Mobile first – denken Sie zuerst an die mobile Internetnutzung. Denn sie ist weiterhin auf dem Vormarsch – weltweit stieg 2016 laut Statista der Anteil mobiler Endgeräte an allen Seitenaufrufen auf 48,5 %. Smartphones machen dabei einen Anteil von 43,5 % aus. In Europa lag die Rate der mobilen Nutzung von Internetseiten bei ca. 35 %.

Dieser Trend entwickelt sich weiterhin dynamisch, so dass Google bereits seit April 2015 auf mobilen Endgeräten mobil optimierte Seiten bevorzugt anzeigt. Auch deshalb ist responsive Webdesign heute eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Websites.

Beim Responsive Webdesign wird das Layout einer Website so flexibel programmiert, dass sich dieses automatisch auf die anfragende Displaygröße anpasst. Der gleiche Inhalt wird auf einem Computer, auf einem Tablet oder auf einem Smartphone fließend skaliert und damit möglichst gleichbleibend benutzerfreundlich dargestellt.

7) Reduziertes & skalierbares Webdesign

Das Webdesign hat sich vor allem mit dem gestalterischen und technischen Paradigmenwechsel hin zum responsive Webdesign in seinen kreativen Ausprägungen stark verändert. Bei der mobilen Ansicht von Webseiten stehen vor allem die Inhalte im Fokus. Das Design der Seite rückt in den Hintergrund und reduziert sich im Wesentlichen auf Farben, Schriftart, Schriftgrößen und die Formate der Navigation, der Links und der sonstigen Bedienelemente.

Responsive Webdesign bedingt geradezu ein puristisches und gut skalierbares Layout, das vor allem Ihre Inhalte ins Rampenlicht stellt. Dessen sollten Sie sich bei der Konzeption bewusst sein.

Gutes Webdesign konzentriert sich darauf, Ihre Positionierung stimmig wiederzugeben, eine gute Usability zu gewährleisten und Ihre Inhalte auf allen Displaygrößen gut erfassbar in den Vordergrund zu stellen.

8) Website-Marketing & Social Media

Es kommt nicht darauf an, auf allen möglichen Kanälen präsent zu sein. Aber die Kanäle, die für Ihre Positionierung und für Ihre Zielgruppe relevant und sinnvoll sind, sollten Sie nutzen und in Ihren Content-Management-Prozess einbeziehen.

Social Media kann Ihr Online-Angebot beflügeln. Denken Sie aber bitte von Anfang an an Authentizität und Nachhaltigkeit – nichts ist langweiliger als lieblose, nebenbei gepflegte Social Media-Kanäle.