Gute Seiten – schlechte Seiten

Don’t make me think – 17 Jahre Web-Usability

Erstmals im Jahr 2000 erschienen – inzwischen in der dritten Ausgabe und übersetzt in 20 Sprachen – verkaufte sich Steve Krugs Don’t Make Me Think über 500.000 mal und gehört zu den meistgelesenen Büchern zum Thema Web-Usability.

Das Buch formuliert sehr erfrischend, eindrücklich und praxisnah und ist kurz genug, um die wesentlichen Inhalte während einer Zugfahrt oder eines ruhigen Abends zu erfassen. Die Beispiele wurden für die aktuelle Ausgabe (2014) überarbeitet. Es ist aber nicht zu übersehen, dass dieses Buch, wie auch Steve Krugs Website inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen ist.

Es ist aber auf jeden Fall lesenswert und seine Kernaussagen haben eine unverändert hohe Relevanz.

Don’t make me think als Leitgedanke

Mit diesem übergeordneten Leitgedanken für Inhalte, Architektur und Navigation ist schon sehr viel gesagt: Es geht vor allem darum, schnell zu erfassen, um was auf der Website geht und wie die Seite zu benutzen ist.

Ausgangspunkt seiner Thesen ist, dass Internetnutzer keine Seiten lesen, sondern überfliegen und scannen, bis die individuell relevanten Ankerpunkte, z. B. Überschriften, Navigationspunkte oder weiterführende Links gefunden sind.

Die Aufgabe der Home-Seite besteht vor allem darin, die Botschaft zu transportieren (vgl. Positionierung), und bei erklärungsbedürftigen Angeboten ein “Learn more” anzubieten.

Die Hauptnavigation soll persistent sein, d.h. unabhängig von den Seiteninhalten immer bestehen bleiben und immer auf die gleiche Weise funktionieren. Bei komplexeren Navigationen sollte immer der Standort innerhalb der Navigation hervorgehoben sein (Hier bin ich).

Grundsätzlich sollte die Navigation so klar und schnell erfassbar wie möglich sein, die Navigationspunkte sollten verständliche Bezeichnungen tragen und sich jederzeit auf überschaubare Optionen (Navigation, Links) konzentrieren.

Auch zu Online-Texten hat Steve Krug einen klaren Ansatz: überflüssige Wörter weglassen, Texte auf die wesentlichen Inhalte straffen und auf liebevoll gemeinte Einleitungstexte verzichten.

Fazit: Gute und umsetzungsorientierte Tipps zur Web-Usability. Teilweise merkt man, dass auch die neueste Ausgabe nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik ist. Aber dennoch: unterhaltsam und lesenswert.